Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht

Jahrgang 23: 1 (2018): Sprachsensibler Fachunterricht


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Ausgabe der ZIF zum Thema „Sprachsensibler Fachunterricht“ umfasst zwei zusammenhängende Themenbereiche, die in der derzeitigen Integrationsdebatte zu den am meisten diskutierten Aspekten von Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache, aber auch Deutsch als Muttersprache, gehören. Zum einen geht es um didaktisch-methodische Aspekte des sprachsensiblen und handlungsbasierten Fachunterrichts. Dabei kommen unterschiedliche Unterrichtskonzepte, Schularten und Zielgruppen sowie unterschiedliche Perspektivierungen von Handlungskonzepten zu Wort. Zum zweiten geht es um dazu passende Aus- und Weiterbildungskonzepte von Lehramtsstudiengängen und Weiterbildungsprogrammen, gemäß der föderalen Struktur der deutschsprachigen Bildungssysteme und illustriert an regionalen Schwerpunktsetzungen. 

Elisabetta Terrasi-Haufe, Martina Hoffmann und Petra Sogl stellen in ihrem Beitrag Sprachförderung in der beruflichen Bildung nach dem Unterrichtskonzept „Berufssprache Deutsch“die curricularen Vorgaben für die Beschulung in Berufsintegrationsklassen in Bayern dar. Daneben präsentieren sie Unterrichtsmaterialien, die für die Zielgruppe der berufsschulpflichtigen Neuzugewanderten mit geringen Deutschkenntnissen für den sprachsensiblen Unterricht ab Sprachniveau A0/A1 entwickelt wurden.

Sprachsensibler Fachunterricht im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft heißt der Beitrag von Susanne Miesera und Katharina Wunram. Er beschreibt die Konzeption und Durchführung einer sprachsensiblen, binnendifferenzierten Fachunterrichtsequenz in Regelklassen zur Berufsausbildung im Gastgewerbe und gibt Hinweise auf eine gelingende Unterrichtspraxis. 

Jörg Roche und Katsiaryna EL-Bouz zeigen in ihrem konzeptionellen und empirischen Beitrag Deutsche Grammatik sportlich und animiert, dass Grammatik spannend, transparent und interaktiv erklärt werden kann und wie sie sich mit sportlichen Aktivitäten (am Beispiel von Fußball) im Deutsch- oder Sportunterricht, oder auch fächerübergreifend, verbinden lässt. 

Der Beitrag von Julia Blanco López Deutschsprachiger Fachunterricht an Melbourner Grundschulen – Beispiele für erfolgreiches integriertes Fach- und Sprachlernen (CLIL) beleuchtet anhand eines bilingualen deutsch-englischen Grundschulprogramms in Melbourne notwendige institutionelle, personelle sowie fachlich-inhaltliche Voraussetzungen für einen gelingenden CLIL-Unterricht. 

Mario Schmiedebachs und Claas Wegners Beitrag Von der Handlungs- zur Bildungssprache – Beschulung neuzugewanderter Schüler*innen zeigt anhand des Beispielprojekts „Biology for everyone“, wie eine mögliche Integration von Zweitsprachendidaktik in die Fachdidaktik Biologie stattfinden kann.  

Anna Schneider analysiert in ihrem Beitrag Erklären im sprachsensiblen Unterricht eine exemplarische Unterrichtseinheit, die im Rahmen eines Sprachförderangebots zum naturwissenschaftlichen Fachunterricht für DaZ-Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium stattgefunden hat.

Der Beitrag von Anastassiya Semyonova, Tobias Trutz und Jennifer Waag Mehr Souveränität in der Sprachförderung im Fach mit SCHULWÄRTS! präsentiert die Rahmenbedingungen des Projekts zusammen mit ersten Erfahrungen von Lehramtsstudierenden und jungen Lehrkräften der MINT-Fächer, die kurzzeitige Schulpraktika an vom Goethe-Institut betreuten Schulen im Ausland absolvieren.

Meta Cehak-Behrmann befasst sich mit dem Thema Selbsterfahrung, Reflexion und Ko-Konstruktion als Eckpfeiler in der Fortbildungsdidaktik – Wie aus Fachlehrkräften „Sprachförderkräfte“ werden (können) und zeigt dabei anhand eines Fortbildungskonzeptes für das berufliche Bildungspersonal in Hessen mögliche Erfolgsfaktoren für das Gelingen der „Sensibilisierung für die Sprachsensibilität“ in der beruflichen Bildungspraxis auf. 

In ihrem Beitrag Professionalisierung für sprachliche Bildung in der Lehrkräftebildung – Entwicklungsstand im Freistaat Sachsenuntersucht Anke Börsel den Entwicklungsstand der Professionalisierung für sprachliche Bildung am Beispiel des Freistaats Sachsen (im Kontext allgemeiner Entwicklungen in Deutschland) und betrachtet dabei die drei Phasen der Lehrkräftebildung.

Silvia Demmig stellt in ihrem Beitrag CLIL, sprachsensibler Fachunterricht, sprachbewusster Unterricht,  Bildungssprache, DaZ, Language Awareness? Welche Konzepte brauchen Lehrkräfte in der Primarstufe in Österreich? ausgehend von einem Vergleich der Konzepte CLIL-DaF und sprachsensibler Unterricht DaZ Kompetenzprofile für Lehrkräfte in der Primarstufe, die einen solchen sprachsensiblen Sachunterricht gestalten müssen.

Der Beitrag von Heike Niesen Förderung mehrsprachigkeitssensibler professioneller Handlungskompetenz angehender Englischlehrkräfte stellt eine empirische Studie zur Entwicklung mehrsprachigkeitssensibler professioneller Wahrnehmungs- und Handlungskompetenz durch den Einsatz textbasierter Fallvignetten vor.

Außerhalb des Schwerpunktes berichtet der Beitrag Die Entwicklung von produktiven lexikalischen Kompetenzen bei Schüler(innen) mit portugiesischem Migrationshintergrund in der Schweiz von Audrey Bonvin, Jan Vanhove, Raphael Berthele und Amelia Lambelet über die Resultate einer Längsschnittstudie zu literalen Kompetenzen von 8- bis 10-jährigen Grundschulschüler(innen) mit portugiesischem Migrationshintergrund.

In der Rubrik Blick aus der Praxis stellt Christian Gebhard in seinem Beitrag Interkulturelles Video-Tandem an der Hochschule Ansbach dar, wie interkulturelles Lernen mittels „Video-Tandems“ mit Partnerhochschulen funktionieren kann. 

Vier Rezensionen schließen diese Ausgabe der ZIF ab:

Bernd Tesch rezensiert: Bayrhuber, Horst; Abraham, Ulf; Frederking, Volker; Jank, Werner; Rothgangel, Martin & Vollmer, Helmut Johannes (Hrsg.) (2017), Auf dem Weg zu einer Allgemeinen Fachdidaktik. Allgemeine Fachdidaktik, Band 1. Münster/New York: Waxmann (= Fachdidaktische Forschungen 9).

David Gerlach bespricht: Tesch, Bernd (2016), Sinnkonstruktion im Fremdsprachenunterricht. Rekonstruktive Fremdsprachenforschung mit der Dokumentarischen Methode. Frankfurt am Main: Peter Lang.

Renate Bürner-Kotzam rezensiert: Roche, Jörg & Schiewer, Gesine Lenore (Hrsg.) (2017), Identitäten – Dialoge im Deutschunterricht. Schreiben – Lesen – Lernen – Lehren unter konzeptueller Assistenz und mit Originalbeiträgen von José F. A. Oliver, Zehra Cirak, Akos Doma und Michael Stavaric. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag.

Elena Bellavia liefert eine Rezension der Dissertation: Kanaplianik, Katsiaryna (2016), Kognitionslinguistisch basierte Animationen für die deutschen Modalverben. Berlin: Lit Verlag.

Themenheftherausgeber und -herausgeberin

Jörg Roche und Elisabetta Terrasi-Haufe

 


 

Dank an Dr. Lina Pilypaityte 

Aus beruflichen Gründen verlässt Lina Pilypaityte mit dieser Ausgabe die Redaktion der ZiF und übergibt damit auch die Schriftleitung an Joachim Schlabach und Barbara Stolarczyk. Lina hat als erste Schriftleitung der ZIF über einen Zeitraum von sieben Jahren unermüdlich, kompetent, geduldig und weitsichtig die vielfältigen Aufgaben der Schriftleitung erfüllt und damit aus dieser wichtigen ehrenamtlichen Funktion ein außerordentlich professionell und effizient geführtes Amt gemacht. Nicht selten hat sie dabei auch Arbeiten geleistet, die eigentlich von den Autorinnen und Autoren zu leisten gewesen wären. Die Übergabe der verantwortungs- und anspruchsvollen Aufgabe hat Lina in den letzten Monaten hervorragend vorbereitet. Joachim Schlabach von der Universität Turku und Barbara Stolarczyk von der Technischen Universität Darmstadt sind sehr gut eingearbeitet und können ab dieser Nummer die Aufgaben nahtlos übernehmen und mit uns weiter entwickeln.  

Wir danken Lina an dieser Stelle ganz herzlich für ihren großartigen Einsatz für die ZIF, wünschen ihr bei ihren neuen Aufgaben alles Gute und ebenfalls viel Erfolg und hoffen, dass sie der ZiF als Leserin und Autorin weiterhin treu bleibt. Den beiden Neuen wünschen wir einen erfolgreichen Start und gutes Gelingen bei der kooperativen Arbeit in der Schriftleitung. Wir hoffen, dass auch unsere Leserschaft ihnen das gleiche Vertrauen entgegen bringt wie Lina Pilypaityte.

Britta Hufeisen und Jörg Roche

 


 

Abschied und Dank

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Autorinnen und Autoren, liebe Gutachterinnen und Gutachter, liebe Herausgeberinnen und Herausgeber der Themenausgaben,

all diese Jahre war es mir eine große Freude, zur Entwicklung und Qualität der ZIF beizutragen. Zusammen mit Ihnen habe ich mich mit den aktuellen Themen im Fremdsprachendiskurs auseinandergesetzt und die Beiträge der Zeitschrift gründlich auseinandergenommen. Vielen Dank für das allerseits entgegengebrachte Vertrauen, für das Annehmen meiner endlosen Anmerkungen und die geduldige Bearbeitung der Manuskripte. Durch die Arbeit an den Texten hat sich auch zu den beteiligten Personen ein Kontakt entwickelt, der hoffentlich noch weiter in die Zukunft reicht - es würde mich freuen, Ihnen in anderen Kontexten wieder zu begegnen.

Den beiden KollegInnen, die die Aufgabe der Schriftleitung übernehmen, wünsche ich viel Erfolg und Freude, viel Geduld und scharfes Auge für jedes noch so kleine Detail bei der Manuskriptarbeit.

Herzliche Grüße,

Lina Pilypaityte

 


 

Die nächste Nummer der ZIF wird im Oktober 2018 erscheinen ("Raum und Fremdsprachenunterricht").

Weiter geplant ist u.a:

  • "Fachsprache" (April 2019)
  • "Bildende Künste im Fremdsprachenunterricht" (Oktober 2019).
 

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