Sprachstandsdiagnostik bei mehrsprachigen Grundschulkindern - Empirische Befunde zum Einsatz diagnostischer Verfahren in Deutschland

Katrin Böhme, Lars Hoffmann

Abstract


Eine Ursache für Nachteile im Kompetenzerwerb bei Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshin-tergrund ist die mangelnde Beherrschung der Unterrichtssprache Deutsch. Um gezielte Sprachfördermaßnahmeneinleiten zu können, ist jedoch vorab eine genaue Diagnostik des Sprachstandes erforderlich. Vor diesem Hintergrund überprüfen wir, ob an Schulen mit einem hohen Anteil von Grundschulkindern nicht deutscher Herkunftssprache bei der Ermittlung des sprachlichen Förderbedarfs vermehrt solche Verfahren Verwendung finden, die Mehrsprachigkeit einbeziehen. In den Ergebnissen unserer Untersuchung, die auf Daten aus den Schulleiterfragebögen des 2011 vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) durchgeführten Ländervergleichs im Primarbereich (Stanat, Pant, Böhme & Richter 2012) basiert, zeichnet sich dies tendenziell ab. Insgesamt ist jedoch der Einsatz von Verfahren, die auch die Erstsprache erfassen, nicht sehr verbreitet. Insufficient mastery of the language of instruction (here: German) is one reason for achievement gaps of studentswith migration background. To initiate targeted activities for language support, students’ language proficiency needs to be assessed accurately. We examine whether schools with a higher proportion of language minority students more often assess students’ language proficiency with instruments that include multilingualism. Data of headmaster questionnaires from the IQB (Institute for Educational Quality Improvement) National Assessment Study 2011 in elementary schools(Stanat, Pant, Böhme & Richter 2012) partly confirm this hypothesis. Overall, however, instruments assessing first language skills are rarely used.

Schlagworte


Mehrsprachigkeit; nicht deutsche Herkunftssprache; Primarbereich; Sprachförderung; Sprachstandsfeststellung

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