Interkulturelles Lernen während eines kurzzeitigen, studienbegleitenden Fremdsprachenprogramms. Erfahrungen australischer Studierender in Deutschland

Rosalind Blood, Alexandra Ludewig

Abstract


Studienaufenthalte im Ausland werden im Zuge der Internationalisierung des Hochschulsystems von vielen australischen Universitäten gefördert. In dieser Studie werden die Wahrnehmungen von Austauschstudierenden untersucht, die sie während ihres kurzzeitigen Studienaufenthalts über die deutsche Sprache sowie über Umgangsformen, Sitten und Gebräuche im Gastland machen. Ziel der Studie ist eine Identifizierung von Faktoren, die interkulturelles Lernen erleichtern und deshalb von TutorInnen und Lehrenden bei der Vorbereitung auf ein Auslandsstudium berücksichtigt werden sollten. Zu diesem Zweck wurden mit zehn Studierenden, die an einem sechswöchigen Austauschprogramm in Stuttgart teilgenommen hatten, semi-strukturierte Interviews durchgeführt. Die Daten wurden mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse untersucht, wobei deduktiv nach dem Modell der Entwicklung interkultureller Sensibilität von Bennett (1986) vorgegangen wurde. Die Ergebnisse unserer Studie weisen darauf hin, dass die Studierenden nur unzureichend in der Lage waren, interkulturelle Situationen zu reflektieren. Dies scheint mit der sprachlichen Kompetenz in der Fremdsprache (L2) und ihren bisherigen Erfahrungen auf Auslandsreisen zusammenzuhängen. Analysen des Mobilitätskapitals (Murphy-Lejeune 2003) könnten helfen, die Studierenden vor, während und nach dem Studienaufenthalt besser zu unterstützen.

The support of ‘study abroad’ programs is part of an increasing effort made by Australian universities to internationalize the student experience. This study analyses student perceptions of colloquial language, manners and customs in the host country during a short-term study abroad program. The aim of the study is to identify the factors that influence intercultural learning and thus should be taken into account in order for administrators and instructors to best support students taking part in such short-term exchanges. Bennett’s model of the development of intercultural sensitivity (Bennett 1986) formed the basis for a qualitative content analysis of data obtained from semi-structured interviews with ten of the participants. The results of our study point to the students’ inadequacy when it comes to reflecting on intercultural situations. Analysis indicates that both the students’ proficiency in the target language (L2) and previous international travel influence their ability to reflect on their overseas experiences. Examining the influence of a student’s ‘mobility capital’ (Murphy-Lejeune 2003) on the exchange experience could shed light on how best to support students so that they can make the most of their stay.


Schlagworte


australische Studierende, interkulturelle Kompetenz, qualitative Inhaltsanalyse, Austauschstudium; Australian students, intercultural competence, qualitative content analysis, student exchange

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