Projekte und Ankündigungen

 

  • Deutsche und türkische Stereotype im Vergleich (Rupprecht S. Baur, Stefan Ossenberg, Haci-Halil Uslucan)

Informationen zum Forschungsprojekt:

In dem Forschungsprojekt „Deutsche und Türkische Stereotype im Vergleich“ werden erstmalig statistisch valide und aussagekräftige Aussagen zu „Völkerbildern“ erhoben, die im deutsch-türkischen Kontext in beiden Ländern existieren und im interkulturellen und transkulturellen Kontakt eine Rolle spielen: In dem Zeitraum zwischen Januar 2014 und Oktober 2015 wurden in Deutschland mehr als 2000 und in der Türkei mehr als 3000 Personen befragt.

In einer Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache der Universität Duisburg-Essen (Rupprecht S. Baur, Stefan Ossenberg), dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung in Essen (Haci Halil Uslucan), der Marmara-Universität Istanbul (Leyla Coşan) und der Bahçeşehir-Universität Berlin (Süheyla Schroeder) sowie 14 weiteren türkischen Hochschulen wurden die aktuell existierenden Stereotype in Deutschland und in der Türkei erhoben und analysiert. In darauf aufbauenden vertiefenden Studien werden die Daten sowohl statistisch als auch in soziolinguistischen und literaturwissenschaftlichen Kontexten  weiter untersucht.

Erhoben wurden die Daten anhand einer 140 Merkmale umfassenden Merkmalliste, mit denen die Befragten „die Deutschen“ und „die Türken“  charakterisieren können. Das Forscherteam hat ermittelt, wie die Bilder „der Deutschen“ über „die Türken“  und die Bilder „der Türken“ über „die Deutschen“ nach 50 Jahren vielfältiger Kontakte tatsächlich sind.

Folgende Auswertungen sind bisher vorgenommen worden:

  1. Heterostereotype der Deutschen über Türken vs. Autostereotype der Türken
  2. Heterostereotype der Türken über  Deutsche vs. Autostereotype der Deutschen
  3. Vergleich der in Deutschland lebenden Personen mit türkischem Migrationshintergrund mit Deutschen und Türkeitürken
  4. geschlechtsabhängige Unterschiede in Auto- und Heterostereotypen
  5. altersabhängige Unterschiede in Auto- und Heterostereotypen
  6. bildungsabhängige Unterschiede in Auto- und Heterostereotypen

Informationen werden im Portal des Projekts zur Verfügung gestellt: https://side.uni-due.de/

Weitere Perspektiven:

  1. Qualitative Auswertungen und weitere Befragungen zu einzelnen Stereotypen.
    Beispiel: sparsam und geizig bei den Deutschen, nationalstolz und fanatisch bei den Türken.
  2. Befragungen von Frauen und Männern in Bezug auf einzelne Eigenschaften.
    Beispiel: trinkfreudig, gute Soldaten, militaristisch.
  3. Welche Stereotype über Türken und Deutsche finden sich in der Literatur und der Presse der beiden Länder? Hierbei sollen auch historische Perspektiven berücksichtigt werden. Beispiel: das Stereotyp trinkfreudig vom Mittelalter bis heute.
  4. Stereotype in ethnischen Witzen: „Ein Franzose, ein Türke und ein Deutscher…“
  5. Folgeerhebungen, um zu überprüfen, inwieweit Veränderungen in der Politik und der politischen Berichterstattung zu Veränderungen in den Stereotypen der Deutschen und der Türken führen.
  6. Einbeziehung weiterer ethnischer Gruppen in die Befragung in Deutschland und der Türkei: z.B.  Syrer und Afghanen.
  7. Befragungen mit demselben Instrumentarium und derselben Methode in Bezug auf Deutschland und andere Länder, aus denen Migranten als ethnische Gruppen identifiziert werden, z.B. Russen und Polen.  


  • Neuer Forschungsschwerpunkt Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache im Rahmen von Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik e.V. – GiG

Der neu begründete Forschungsschwerpunkt Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache im Rahmen von Mehrsprachigkeit versteht sich als ein dynamischer Forschungsverbund international tätiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den für die Fächer relevanten Fragen, wie der interkulturellen Linguistik und der Mehrsprachigkeitslinguistik, der Spracherwerbsforschung, der Sprachlern- und -lehrforschung, der Erforschung von Modellen der multiplen Sprachenaneignung und ihrer jeweiligen Kulturspezifik.

Neben der Diskussion interkulturell und interdisziplinär ausgerichteter Forschungsfragen stehen die Entwicklung effizienter und effektiver Forschungsmethodologien und -methoden sowie die Erarbeitung von begrifflichen Werkzeugen für die Forschung und akademische Lehre im Mittelpunkt.

Der Forschungsschwerpunkt beteiligt sich aktiv an der Gestaltung der Jahrestagungen der GiG und an der Umsetzung von Fortbildungsmaßnahmen für den wissenschaftlichen Nachwuchs (DAAD Sommerschule u.ä.). Er wird geleitet von Britta Hufeisen (TU Darmstadt), Claudia Maria Riehl (LMU München) und Jörg Roche (LMU München). Alle interessierten Kolleginnen und Kollegen und auch der wissenschaftliche Nachwuchs sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Eine kurze e-Nachricht an den GIG-Vorstand oder die Leitung des Schwerpunktes wäre dazu sehr willkommen.

Die GiG ist eine internationale Forschungsvereinigung, die vor drei Jahrzehnten gegründet wurde und eng mit der wissenschaftlichen Stellung der interkulturellen Germanistik verbunden ist. Germanistische Grundlagen werden mit Paradigmen der Interkulturalitätsforschung verbunden, wobei Themen wie die interkulturelle Dialog- und Konfliktforschung spezifische Aufmerksamkeit finden.

Eine zentrale Rolle kommt der Netzwerkbildung unter den Mitgliedern einschließlich der Förderung des internationalen wissenschaftlichen Nachwuchses zu. Realisiert werden diese Ziele durch die Veranstaltung von Tagungen, die in Tagungsakten (peer reviewed book series) dokumentiert und den Mitgliedern kostenlos zugesandt werden. Dies gilt auch für das Organ der GiG, das peer reviewed journal "Zeitschrift für interkulturelle Germanistik" (ZiG). Seit einigen Jahren besteht zudem eine enge Kooperation mit der ZIF.

Seit 2015 werden in der GiG spezifische Forschungsschwerpunkte unter der Leitung jeweils besonders ausgewiesener Fachkolleginnen und -kollegen begründet. So können Themen von hoher Relevanz und Attraktivität mit angemessener Stetigkeit untersucht und präsent gemacht werden. Der erste dieser Forschungsschwerpunkte fokussiert Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache im Rahmen von Mehrsprachigkeit.

Die Mitglieder des Vorstandsgremiums sind seit Anfang 2015 Gesine Lenore Schiewer (Präsidentin, U Bayreuth), Dieter Heimböckel (U Luxemburg), Paul Michael Lützeler (Washington U in St. Louis), Dalia Salama (U Kairo), Vibha Surana (U Mumbai), Herbert Uerlings (U Trier), Manfred Weinberg (U Prag).

Informationen zur GiG-Satzung, jährlichem Mitgliedsbeitrag und das Formular zur Beantragung der Mitgliedschaft sind hier zu finden: http://www.intergerm.uni-bayreuth.de/de/Gesellschaft-fuer-interkulturelle-Germanistik-e_V_-GiG/index.html.

 

Damit soll dieser literarisch hoch wirksamen Literatur in Forschung und Lehre zu stärkerer wissenschaftlicher Geltung verholfen werden. Das Zentrum will dabei auch in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Chamisso-Literatur, ihren Autorinnen und Autoren sowie den internationalen Rezeptionsbedingungen die genuin xenologische Perspektivik der Literatur abbilden, also unterschiedlichen, interdisziplinären und interkulturellen wissenschaftlichen Perspektiven Raum geben. Dazu soll ein internationales Netz von Forscherinnen und Forschern aufgebaut werden, das direkte Verbindungen zu den Autorinnen und Autoren unterhält und breit in die Öffentlichkeit wirkt. Tagungen, Publikationen, eine Internetplattform, Meisterklassen, eine kontinuierlich besetzte Poetikdozentur mit wechselnden Preisträgerinnen und Preisträgern, Lesungen und ein Forschungsarchiv sollen sukzessive eingerichtet werden.

Das IFC versteht sich als Begegnungsstätte der Literatur-, Kultur- und Textwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaft, Migrationsforschung, Mehrsprachigkeitslinguistik, Kontakt- und Konfliktlinguistik und Philosophie. Ein zentrales Anliegen des Zentrums ist ferner die Arbeit mit den deutschen Kultusministerien und den Schulen sowie das Wirken in die Öffentlichkeit.

Das Zentrum ist erreichbar über http://www.daf.uni-muenchen.de/forschung/ifc/index.html und die Webadresse chamisso.daf.lmu.de.

 

  • Seit 1997 wird mit den LIFE-Materialien der BMW-Group Neugierde auf fremde Kulturen und Sprachen geweckt.

Die Materialien wollen Impulsgeber sein und stellen praktische Handreichungen für die Sprach- und Kulturvermittlung sowie für die Vermittlung inter- und transkultureller Kompetenzen dar. In einer zunehmend globalisierten und von technischen Innovationen geprägten Welt gewinnen Medien im interkulturellen Kommunizieren und Lernen immer mehr an Bedeutung. Diesem Bedarf will die 5. Ergänzungslieferung zum Thema „Interkulturelles Lernen mit Medien“ mit innovativen, theoretisch fundierten und praxistauglichen Beiträgen gerecht werden. Die neue Lieferung enthält daher wieder innovative Ideen, Konzepte und Projekte, die sich in der Praxis bewährt haben und die sich als Modelle für eine gelingende Vermittlung und den Erwerb inter- und transkultureller Kompetenzen auszeichnen. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören die folgenden:

• interkulturelle Projekte (Videoarbeit, Computerspiele, Übungsformen)

• multimediale Lernangebote für die Sprach- und Kulturvermittlung 

• Handreichungen, Materialien und Ressourcen zum interkulturellen Lernen mit Medien.

Zu den internationalen Beiträgerinnen und Beiträgern gehören Christine Arendt, Christina Becker, Florence Feiereisen, Gilberte Furstenberg, Alexander Kruckenfellner, Barbara von der Lühe, Julija Scheller, Ferran Suñer, Matthias Springer, Waltraud Timmermann, Dessislava Todorova, Anja Wildemann. Die neuen Beiträge sind ab April 2012 wie alle anderen LIFE-Beiträge auch unter http://www.bmwgroup.com/life kostenfrei und unbegrenzt verfügbar.